Die USA erleben momentan einen großen Wandel der Legalisierung, denn in den meisten Staaten kann Cannabis ganz frei gehandelt werden und zwar vom Cannabissamen bis hin zum fertigen Produkt. Doch das war nicht immer so. Von 1920 bis 1933 war dort sogar Alkohol illegal und jetzt erlauben sie eine Substanz, die in Deutschland noch immer auf der Liste der verbotenen Drogen steht. In Amerika ist Cannabis eine Sache der einzelnen Staaten. Wer also im nächsten Urlaub in einem Staat Gras kauft und dann in einen anderen Staat fährt, könnte immer noch hinter Gittern landen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!

Zweierlei Legalisierungen und jeder Staat ist anders

Es gibt zweierlei Stufen für die Legalisierung von Cannabis in den USA. Meistens beginnt sie damit, dass ein Staat erlaubt, Cannabis auf ärztliches Rezept verschrieben zu bekommen. Schließlich gibt es viele Produkte, die Cannabidiol enthalten, das CBD. Es hilft sehr wirksam gegen Stress, Angstzustände, PTBS, aber auch gegen Entzündungen, vor allem chronische Entzündungen. Dazu gibt es bei CBD viel weniger Nebenwirkungen und wenn doch, immerhin schwächere Nebenwirkungen, als bei herkömmlichen Medikamenten.

Andere Staaten erlauben einen komplett freien Handel mit Gras, das hat 2012 mit dem Staat Colorado angefangen. Heute gibt es bereits 11 Staaten, darunter die ganze Westküste und Alaska. Dort gibt es viele Dispensaries, also lizensierte Läden, in denen ausschließlich Cannabis und dessen Produkte oder Zubehör für den Anbau, wie Cannabissamen, Wärmelampen, usw. verkauft werden.

Cannabis ist in nur 8 Staaten nach wie vor komplett illegal.

Eigenanbau aus Cannabissamen ist völlig normal und beliebt

Der Anbau für den Eigengebrauch ist in vielen Staaten völlig normal. Selbst wenn Marihuana nur auf Rezept erlaubt ist, kann man oft trotzdem für den Eigengebrauch ein paar Pflanzen im Garten großziehen. Cannabissamen kann man kinderleicht in der Dispensary oder online kaufen. Es gibt eine riesige Auswahl unter den feminisierten und autoflowering Samen, von denen einige sogar Preise gewonnen haben. Viele Unternehmen, wie Dutch Passion, sind seit den Anfängen dabei und haben daher viel Erfahrung mit Cannabisanbau.

Sind jetzt alle Amerikaner Kiffer oder wie sieht‘s aus?

Die Antwort lautet nein. Auch wenn das Tabu rund um Cannabis weg ist und in Colorado bestimmt mehr Leute Gras rauchen, als in Deutschland, läuft das Leben nach wie vor normal weiter. Es gibt keine Horden bekiffter junger Leute, die durch die Straßen torkeln, wie so manch ein Kritiker der Legalisierung gerne behauptet.

Aber es steht fest, dass Amerikaner gerne Gras nutzen. Da auch dort das Rauchen immer weniger beliebt wird, ist der klassische Joint auf dem Rückzug und mehr Leute greifen zur E-Zigarette oder nehmen das Gras über Edibles zu sich – allen voran in Brownies.

Was in Amerika den wohl größten Einfluss auf die Gesellschaft hat, ist die Nutzung des CBD. THC ist das Rauschmittel aber CBD ist der Wirkstoff, der Cannabis zur Heilpflanze macht. Jeden Tag kommen neue CBD-Öle, Tinkturen, Pflaster und andere Produkte auf den Markt. Es gibt auch ziemlich verrückte Produkte, wie CBD-Tampons, die gegen Periodenkrämpfe wirken oder CBD-Kissen, die gegen Schlaflosigkeit helfen sollen.

Kurz gesagt: Cannabis ist in den USA zu einem ganz normalen kommerziellen Produkt geworden, das nun den Markt erobert und von allen gekauft wird, die Interesse haben. Ob man deshalb zum Kiffer wird oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen.

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