Kartenspiele sind seit dem Mittelalter weit verbreitet. Vor allem die feine Gesellschaft, aber auch klösterliche Gemeinden fanden Gefallen an dem Zeitvertreib, der sowohl Glück wie Geschick erfordert.

Kunstvoll auf der Rückseite bemalt oder bedruckt waren vor allem die Spielkarten der Oberschicht mit denen Tarot, Piquet und Pharo gespielt wurden während sich die unteren Klassen mit einfacheren Karten und simpleren Spielen wie Schafskopf begnügte.

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Die Unterschiede sind bis heute geblieben, vor allem was die Benimmregeln anbelangt. Wo beim Skat kräftig auf den Tisch gehauen werden darf, wäre ein derartiges Verhalten bei einem aristokratischen Spiel wie Blackjack undenkbar.

Wer am Blackjack-Tisch mithalten möchte – das einfach zu erlernende, aber dennoch anspruchsvolle Spiel gilt als das beliebteste Casinospiel -, ist deshalb gut beraten, sich auch vorab mit den Blackjack Regeln vertraut zu machen.

Das rund 300 Jahre alte Spiel hat sich aus dem im 17. Jahrhundert populären „Vingt-et-un“ (zu Deutsch: 21) weiterentwickelt. Das Ziel ist es, mit seiner Hand mehr Punkte als der Kartendealer zu haben, beziehungsweise auf nicht mehr als 21 Punkte zu kommen, wenn der Dealer über 21 liegt und sich damit überkauft hat.

Teilnehmen können maximal sieben Spieler und der Dealer. Gespielt wird an einem halbrunden Tisch, der mit markiertem Filz belegt ist. In die Wettfelder werden die Einsätze gelegt.

Wenn die Karten (im Spiel sind immer mehrere Decks) von einem Schlitten verteilt werden, werden sie in der Regel offen ausgeteilt.

Werden die Karten verdeckt gegeben, dürfen sie vom Spieler nur mit einer Hand berührt werden. Wer die Karten vom Tisch aufnimmt, muss diese stets gut sichtbar für den Dealer und die Sicherheitskameras halten.

Diskret geht es auch beim Kartenkauf zu. Wer eine weitere Karte nehmen möchte, gibt das dem Dealer mit einem Handzeichen zu verstehen.

Auch der Umgang mit den Chips erfolgt nach strikten Regeln. Wer zwei oder mehr unterschiedlich gestückelte Chips setzt, muss diese in seinem Wettfeld je nach Wert stapeln. Zuunterst liegt der Chip mit dem höchsten Nennwert, und oben liegt der mit dem niedrigsten Nennwert.

Nach dem Setzen und Austeilen der Karten dürfen die Chips nicht mehr berührt werden, bis die Hand beendet ist.

Das Spiel beginnt mit dem Einsatz. Erst dann gibt der Dealer jedem Spieler und sich selbst zwei Karten (eine verdeckt, die andere aufgedeckt).

Alle Karten zählen, unabhängig von der Farbe als ihren Nennwert, die Sieben bedeutet sieben Punkte, die Acht ist acht Punkte wert. Bildkarten sind zehn Punkte wert, und Asse können als elf oder als eins gerechnet werden.

Nach dem Ansehen der Karten müssen die Spieler entscheiden, ob sie die Karten halten, eine weitere Karte dazu nehmen oder aufgeben möchten. Außerdem besteht die Möglichkeit zum Verdoppeln (Double Down) oder Teilen (Split). Spieler gewinnen, wenn ihre Hand höher ist als die des Dealers, ohne die 21 zur überschreiten, oder wenn der Dealer sich überkauft hat und der Spieler 21 oder weniger hat.

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Der Dealer entscheidet jeweils als letzter, und er muss eine weitere Karte nehmen, wenn seine Hand niedriger als 17 ist. Hat er zwischen 17 und 21, muss er prinzipiell halten und darf keine zusätzliche Karte nehmen.

Eine ganz wichtige Regel gilt außerdem für jedes Casinospiel, im Landcasino wie im Online-Casino: Die Entscheidung des Dealers ist unanfechtbar und sollte nicht angezweifelt werden.

Tipps zu Strategien oder wann Spiele geteilt oder verdoppelt werden sollten, lassen sich übrigens inzwischen auch in Chatrooms erhalten. Das hat den Vorteil, dass sich auch Anfänger zwanglos unterhalten und fragen können, was immer ihnen einfällt. Allerdings kann sich so mancher Rat auch als falsch oder zumindest weniger nützlich herausstellen, als es aussah. Aber auch in seriösen Online-Casinos werden die Regeln und die Etikette gründlich erklärt, und zumeist kann auch in kostenlosen Probespielen geübt werden, ob man die Regeln tatsächlich verstanden hat.

Die wurden übrigens erst 1974 überholt – weil Blackjack ein mathematisches Spiel ist, hatte sich ein Professor namens Edward O. Thorp daran gemacht, ein System auszuklügeln, dass ihm dank Kartenzählens bessere Chancen als der Bank einräumte.

Möglich war der Geniestreich durch den Einsatz eines Computers. Weil durch jedes Spiel Karten aus dem Umlauf genommen werden, ändern sich die Chancen auf bestimmte Konstellationen. Da es insgesamt aber bei der üblichen Anzahl von Decks pro Schlitten 34 Millionen mögliche Kombinationen geben soll, rechnete niemand mit einem Mann wie Thorp und mit Computern, die das errechnen konnten, was 200 ausgebildete Mathematiker manuell in 50 Jahren herausgefunden hätten.

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Thorps Meisterleistung in der Wahrscheinlichkeitsrechnung kam Las Vegas teuer zu stehen, vor allem, weil der Professor sein System allgemein zugänglich machte.

Den Zusammenhang zwischen dem Zählen der Karten und den Gewinnchancen machte sich auch ein Team des Massachusetts Institute of Technology zunutze. Das MIT-Blackjack-Team war ab 1979 bis in dieses Jahrtausend erfolgreich in den internationalen Casinos aktiv. Ohne Tricks und Zauberei, aber dafür mit überlegenen Gedächtniskünsten gehörten sie regelmäßig zu den Gewinnern an den Blackjack-Tischen. Ihre Erfolge bildeten die Grundlage für den Hollywood-Film „21“ von 2008, der allerdings durch fiktive Bedrohungen seitens der Casinobesitzer angereichert wurde.

Doch auch ohne Mathematikstudium sind die Gewinnchancen beim Blackjack überdurchschnittlich gut, und strikte Regeln erhöhen den Spaß, weil sie außer einem gewissen Stil auch für einen Mangel an Zweifel bei Entscheidungen sorgen.